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Ein Geschenk,das man nicht als selbstverständlich erachten sollte!

Heute ein Gastbeitrag von Lena – und es wird alles andere als ‚bla bla bla‘! 😉 Lest rein

Ich könnte jetzt im Internet googeln und so viele Seiten finden, wo uns die Liebe erklärt wird, was sie bedeutet…. bla bla bla. Schaue ich auf die ganzen Social-Media-Plattformen, sehe ich nur Paare, die sich zur Schau stellen, sie dokumentieren ihre ach so perfekte Beziehung. Diese aufgesetzten Pärchen-Fotos. Erkenne ich mich noch, ohne mein Handy in der Hand? Liebe auf den ersten Blick… Ich glaube eher “Geilheit auf den ersten Blick”, in rosa Cellophan verpackt. „Da werden zwei Nervenzellen aneinander gerieben und schon wird von „ewiger Liebe“ gefaselt.“ „Für immer!“, schreien sie, während sie sich mit Herzchen-Emojis bewerfen, bis der Alltag zuschlägt und aus dem Liebeslied ein Heavy-Metal-Konzert wird. Mit einem zynischen Lächeln beobachte ich, wie die Fassade der ewigen Liebe bröckelt und die wahre, banale Realität zum Vorschein kommt. ‚Soviel zum Thema Seelenverwandte‘, denke ich mir.

Es ist schon eine gewisse Ironie, dass meine Beziehungen auch nicht anders aussahen? Man verbringt Jahre in dem Glauben, die Liebe gefunden zu haben, nur um festzustellen, dass man lediglich eine wohlige Symbiose mit der Gewohnheit eingegangen ist. Wie naiv von mir, Geborgenheit und Vertrautheit mit der glühenden Leidenschaft wahrer Liebe zu verwechseln! Doch nun ist die Zeit der Illusionen vorbei. Die rosarote Brille liegt zerschmettert am Boden, die Schmetterlinge haben sich als larvenhafte Imitationen entpuppt und ich blicke auf die trüben Überreste einer Beziehung, die nie wirklich gelebt hat.

Heißt Liebe nur rosarote Brille oder auch Schmerz und Leid? Wie viel Schmerz und Leid ertragen wir und können wir ertragen, um nicht daran zu zerbrechen? Ist diese Beziehung noch gesund? Wie lange halten wir das aus? Würden wir uns schützend vor die Liebe stellen, auch wenn es bedeutet, alles zu verlieren? Sind wir bereit, unsere Komfortzone zu verlassen oder wollen wir in unserer Gewohnheit und Bequemlichkeit verweilen? Ich kann euch sagen, ich habe mir in vielen Beziehungen diese Fragen gestellt und sie sind alle gescheitert! Ich habe mich auch gefragt, ob es an mir lag und ich einfach nicht fähig war, eine Beziehung zu führen oder es vielleicht auch gar nicht wollte.

In einer Welt, in der Beziehungen oft nur an der Oberfläche kratzen, in der wahre Intimität und Verbundenheit selten geworden sind, scheint die wahre Bedeutung der Liebe in den Hintergrund zu treten. Wahre Liebe ist mehr als nur ein Gefühl; sie ist eine bewusste Entscheidung, die jeden Tag aufs Neue getroffen werden muss. Sie bedeutet, jemanden in seiner Gesamtheit zu akzeptieren, mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen hellen und dunklen Seiten. Es geht darum, eine tiefe Verbindung zu schaffen, die auf Verständnis, Empathie und gegenseitiger Unterstützung basiert.

„Wer das Licht sehen will, muss die Dunkelheit akzeptieren.“

Inmitten dieser Welt erstrahlte die Partnerschaft meiner Eltern wie ein Leuchtfeuer der Hoffnung. Ihre Verbindung war ein zeitloses Zeugnis wahrer Liebe, die allen Stürmen trotzte und niemals zu zerbrechen drohte.Wenn ich ihre Blicke beobachtete, diese tiefen, innigen Blicke, die mehr als tausend Worte sagten, dann erkannte ich die unendliche Vertrautheit, die sie miteinander teilten. Es waren keine öffentlichen Zurschaustellungen der Zuneigung nötig, um die immense Liebe zu bezeugen, die sie füreinander empfanden. Ein flüchtiger, zärtlicher Blick genügte, um die Gewissheit zu offenbaren, dass sie seine kleine, perfekte Welt war und er ihr sicherer Hafen.Wenn sie den Raum betrat, erhellten sich seine Augen in einem unverkennbaren Funkeln, und für einen kostbaren Moment schien die Welt um sie herum stillzustehen, während ihre Herzen im Einklang schlugen. Ihre Beziehung war alles andere als perfekt, gezeichnet von den Narben des Lebens und den Herausforderungen des Alltags. Doch gerade in ihrer Unvollkommenheit lag die Schönheit und Authentizität ihrer Liebe. Sie war ehrlich, voller Wärme und Geborgenheit, ein Zufluchtsort in einer Welt, die oft kalt und unbarmherzig erschien. Die tiefe Verbundenheit, die sie auszeichnete, ging Hand in Hand mit einer gewissen Distanziertheit, die es ihnen ermöglichte, ihre Individualität zu bewahren und sich dennoch als Einheit zu fühlen. Sie konnten streiten und diskutieren, ihre Meinungen und Leidenschaften aufeinanderprallen lassen, doch am Ende des Tages fand die Liebe immer einen Weg, sie wieder zusammenzuführen. Wenn sie ihm dann ein liebevolles Essen zubereitete, war dies mehr als nur eine Geste der Zuneigung; es war ein Ausdruck ihrer unendlichen Wertschätzung und Zuneigung. Über 25 Jahre hinweg hatten diese beiden wundervollen Menschen es geschafft, einander glücklich zu machen, in einer Wahrhaftigkeit der Liebe, die einfach nur beeindruckend war. Ohne Erwartungen oder Bedingungen, in einer Reinheit, die in der heutigen Zeit kaum noch vorstellbar ist. Selbst die dunkelsten Stunden ihres Lebens, die schwersten Prüfungen, die das Schicksal ihnen auferlegte, konnten ihre Liebe nicht erschüttern. Sie hatten diese Stürme gemeinsam überstanden, Seite an Seite, ihr Band dadurch noch enger geknüpft. Liebe war wahrlich keine leichte Aufgabe. Sie erforderte Anstrengung, Kraft und die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. Doch ich glaube, dass genau diese Mühe, diese unermüdliche Arbeit an ihrer Beziehung, meine Eltern zu dem gemacht hatte, was sie waren: zwei Menschen, die in einer tiefen, authentischen Liebe verbunden waren, die allen Widrigkeiten trotzte. Für mich war die Beziehung meiner Eltern die Verkörperung wahrer, zeitloser Liebe. Sie war ein Beweis dafür, dass Liebe nicht nur ein Gefühl ist, sondern eine Entscheidung, eine aktive Handlung, die jeden Tag aufs Neue getroffen werden musste. Sie war ein Geschenk, das man nicht als selbstverständlich erachten sollte, sondern das man pflegen und wertschätzen musste, wie einen kostbaren Schatz.

Dieser Blogeintrag ist für mich zu einer wahren Zerreißprobe geworden. Wie sollte ich all die überwältigenden Emotionen, die mich durchströmen, in Worte fassen? Der erste Gedanke bei diesem Thema…..Dieser eine ganz besondere Mensch, der mir die wahre Bedeutung der Liebe zeigt. Dieser Mensch liebt mich auf eine Art und Weise, die ich mir nie hätte vorstellen können. Jeden Tag aufs Neue zeigt er mir, wie es sich anfühlt, jemanden in seiner Unvollkommenheit zu bewundern. Er heilt meine Wunden, akzeptiert die Narben meiner Vergangenheit. Er ist das Licht in der dunkelsten Nacht, der Funke, der meine Hoffnung immer wieder erhält. Seine Augen, ein tiefer Abgrund, in dem ich mich verliere und gleichzeitig geborgen fühle. Sie erzählen Geschichten von Liebe, Leidenschaft, Vertrauen und Verletzlichkeit. Jeden Tag aufs Neue überwältigt mich seine Ausstrahlung, seine Unvollkommenheit. Seine Präsenz raubt mir immer wieder den Atem.

Ich bin unendlich dankbar, dich in meinem Leben zu haben. Du bist mein bester Freund, mein Zuhause, mein Anker. Du bist der Mensch, der mich so liebt, wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Macken. Du bist der Mensch, der mich dazu inspiriert, die beste Version meiner selbst zu werden. Ich liebe dich mehr als Worte sagen können, mehr als mein Herz jemals fassen könnte. Diese Liebe ist so tief, so rein, so unendlich. 

Sie ist das größte Geschenk!

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